2005: Polenfahrt

Traben-Trarbacher auf internationalem Turnier in Witnica

Am 19. Mai traf sich abends eine Delegation von neun Traben-Trarbachern am Hauptbahnhof Traben. Nachdem die Zahl der Pässe und Ausweise der Kopfzahl entsprach, betrat man das Zugabteil, das dann mit kurzen Unterbrechungen für über 14 Stunden zur Heimstatt wurde. Einige vertrieben sich die Zeit in Rage oder Skat, andere hatten einen Knopf im Ohr, um MP3-Dateien zu lauschen, wieder andere machten ein Nickerchen oder kreuzten die Hosenträger. So verging die Zeit im Nu.

Kurz nach Sonnenaufgang wurden die Oder und die Warthe überquert, um dann bald darauf in Witnica von Andrzeij Kuderski herzlich begrüßt zu werden. Seit gut sieben Jahren bestehen Kontakte zwischen den Tischtennisvereinen Witniczanin Witnica und RC/FC Traben-Trarbach. 2005 war es wieder Zeit für einen Gegenbesuch in Polen, den die Gastgeber mit einem internationalen Tischtennisturnier kombinierten. Gleich nach der Zugfahrt ging es weiter im Bus in ein hochmodernes Schwimmbad in Gorzow (ehemals Landsberg/Warthe), bzw. auf einen Trimm-dich-Pfad mit Mountain-Bike-Bahn. In höchster Eile, die Trimm-dich-Pfadler hatten sich verspätet, ging es nach 90 Minuten wieder zurück zu einem kleinen Stadtbummel mit betrunkenen Deutschen in einem Biergarten und einem Nachmittagsmahl. Dann ging es auf der teilweise nur mittig geteerten Straße, wo in der Regel das größere Fahrzeug Vorrecht hat, das kleinere muss schon mal in den seitlichen Schlaglöchern versinken, zur Unterkunft nach Sosny.

Das Feriendorf liegt idyllisch in der Nähe eines Sees. Am See gab es keine Stechmücken – aber im Feriendorf; mit der Zeit schlug man nach allem, was sich bewegte, sogar nach toten Fusseln. Der Freitagabend klang mit einem romantischen Grillfeuer aus. Hier schloss man Bekanntschaft mit Berlinern. Es wurde früh, aber alle fanden irgendwie, z.B. in Maikäfer-Art zumindest in die Nähe des Bettes.

Am Samstagvormittag eröffneten dann hochrangige Politiker das internationale Turnier mit 64 Teilnehmern aus Polen, Weißrussland, Deutschland, China und Afrika. Die objektiv beste Figur der Doppelstädter machte in den folgenden sieben Stunden Markus Blum, der immerhin einen Satz gegen den polnischen Ranglisten-Sechsten gewinnen konnte. Bernd Thon und Eckbert Maul landeten dank besserer Lose trotz schlechterer Leistung als Markus (37.) gemeinsam auf Platz 29. Gunnar Blum, Manfred Engels, Christian Hinte, Mike Jung, Thomas Korthals und Lothar Scheidweiler kämpften bravourös und landeten zwischen den Rängen 42 bis 56. Eine optimalere Platzierung wurde wohl durch die beschwerliche Anfahrt, den langen Freitagabend und die starken Gegner verhindert. Da half auch das rechteckige Rasieren der Brustbehaarung nicht. Vielleicht schreckten aber auch die großen Preise ab – wie hätte man um himmelswillen die riesige Schaukel oder den Riesen-Bildschirm transportieren sollen? Im Anschluss an das Turnier, dem sogar neben der Presse und dem Rundfunk das Regional-Fernsehen sein Aufmerksamkeit schenkte, baten die Gastgeber zu einem Festessen mit Schwein am Spieß. Bei dieser Gelegenheit konnten die Moselaner ihre Gastgeschenke mit Vereins-Wimpel überreichen. Auch dieser Abend wurde wieder länger.

Am Sonntagmorgen hieß es dann nach einer Fahrt im gemeindeeigenen Kleinbus Abschied nehmen. Der Aufenthalt war natürlich viel zu kurz. Die Heimreise verlängerte sich wegen spielender Kinder auf den Gleisen auf elf Stunden mit von der Bahn-AG gesponserten Taxi-Fahrt. Aber es war ja genügend Proviant und Frischkleber vorhanden…

Da die Freunde in Witnica bekanntlich unsere Presse lesen – es gibt in der Schule sogar einen Ehrenplatz für Fotos und Texte zu den Begegnungen seit 1999 – auf diese Weise noch einmal herzlichen Dank für die großartige Gastfreundschaft; insbesondere an Andrzeij Kuderski, Daniel Jaskolski und alle Fahrer!! Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen!

 

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